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BayernSat

BayernSat nimmt Bilder von der Erde auf und schickt sie zu Artemis
BayernSat ist eine Kleinsatellitenmission des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik
der TU München. Ziel der Mission ist die Demonstration neuer Technologien,
insbesondere von Telepräsenz.
Hintergrund
In niedrigen Erdorbits sind die Kommunikationsfenster von und zu Satelliten
heutzutage in der Regel stark begrenzt. Nur einige wenige Minuten pro Überflug
ist die Bodenstation in der Regel sichtbar, und das im Schnitt nur einige
wenige Male pro Tag. In diesen kurzen Zeitfenstern muss daher das gesamte
Herunterladen der Missionsdaten erfolgen. Das bedeutet wiederum erhöhte
Anforderungen an das Kommunikationssystem (Datenrate) sowie das Energieversorgungssystem
(erhöhte Spitzenlast). Für längere Übertragungszeiten
bzw. Anwendungen, die Echtzeit-Übertragung erfordern, ist dies ungenügend.
Die Lösung ist hier die Verwendung von geostationären Satelliten,
wie sie in der Raumfahrt bereits verwendet werden (z.B. für Spot 4,
EnviSat). Der Vorteil dabei ist, dass das Kommunikationsfenster von wenigen
Minuten auf ca. die halbe Umlaufsdauer um die Erde (also 45 Minuten) und
mehr ausgedehnt werden kann. Der Satellit ist also in mehr als der Hälfte
aller Fälle sofort erreichbar. Bei der Verwendung von mehr als einem
geostationären Relaissatelliten lässt sich der Grad der Abdeckung
im Prinzip bis auf 100% erhöhen.
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Telepräsenz
BayernSat geht noch einen Schritt weiter. Die Kommunikationsfenster sollen
nicht nur zeitlich ausgedehnt werden, sondern zudem zur Ermöglichung
von Telepräsenz im Orbit genutzt werden. Für Telepräsenz
ergeben sich in der Raumfahrt vielfältige Anwendungen. Gestrandete
Satelliten könnten repariert bzw. betankt werden, Docking-Manöver
könnten wesentlich erleichtert werden; viele Anwendungen könnten
anstatt von Astronauten im Weltraum von Roboter-Bedienpersonal am Boden
(und damit deutlich billiger) durchgeführt werden. Dafür ist jedoch
Telepräsenz im Orbit notwendig. Die Machbarkeit dieser Technologie
soll BayernSat demonstrieren.

Weitere Technologien
Neben Telepräsenz sollen auch einige andere neue Technologien ihre Eignung
unter Beweis stellen. Dazu gehören u.a. die effizientesten Solarzellen,
die jemals auf einem Satelliten geflogen worden sind (Penta-Junction, 34%
Wirkungsgrad), High-Performance Computing mit Hilfe eines Silicon-on-Insulator
Bordrechners und Parallel Processor Architektur (XPP), sowie eine hochauflösende
Farb-Videokamera, gepaart mit einigen Low-Cost Bauelementen, welche ähnliche
Performance bei deutlich geringeren Kosten erbringen sollen.

Public Outreach
Auch wenn der technische Anspruch an die Mission hoch ist, soll BayernSat
jedoch nicht nur für einen kleinen Kreis von Raumfahrttechnikern von
Interesse sein. Es ist geplant, die oben angeführten Technologien in
einer Art und Weise zu validieren, die für eine breite Öffentlichkeit
interessant ist, nämlich durch interaktive Live-Bilder von der Erde.
Der Satellit BayernSat soll, wann immer es die Beleuchtungsverhältnisse
und Kommunikationsfenster zulassen, Live-Videobilder von der Erde wie
sie „jetzt“ gerade
ist an die Bodenstation übertragen. Doch damit nicht genug: die Bilder
sollen von da aus ins Internet gestellt werden und so einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden. Auch hat sich der Bayerische Rundfunk bereit
erklärt, Live-Bilder im Rahmen der Fernsehsendung „SpaceNight“ zu
zeigen. Durch Zufall ausgewählte Internet-Nutzer sollen zudem die Gelegenheit
ergreifen, sozusagen von daheim die Kamera zu steuern, um dann innerhalb
kürzester Zeit dies im Internet mitverfolgen zu können. Auf
diese Weise ist es geplant, BayernSat auch für eine breite Öffentlichkeit
ansprechend zu gestalten, ohne dabei aber gleichzeitig auf die notwendigen
Technologie-Tests verzichten zu müssen. Fernziel ist die Entwicklung
eines Telepräsenz-Moduls, mit dem für andere Raumfahrtmissionen
Telepräsenz ermöglicht wird.

Das BayernSat-Team am LRT
Der Satellit
BayernSat ist im Wesentlichen ein Würfel mit gut 40cm Kantenlänge
und einer Masse von 50kg. Er kann Daten ca. 10mal so schnell übertragen
wie ein Computermodem. Er ist zudem in der Lage, sowohl mit geostationären
Kommunikationssatelliten als auch mit Sende- und Empfangsstationen auf der
Erde zu kommunizieren. Die Auflösung seiner Kamera liegt unter 150
Metern.
Kurzbeschreibung
BayernSat
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